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Taggeldversicherung für Selbständige: Lohnausfall bei Krankheit absichern

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Selbständigerwerbende haben keine gesetzliche Lohnfortzahlung bei Krankheit
  • Eine freiwillige Krankentaggeldversicherung (VVG) deckt den Erwerbsausfall
  • Wartefrist und Leistungsdauer beeinflussen Prämie und Deckungsumfang massgeblich
  • Kollektivlösungen über Berufsverbände können eine Alternative zur Einzelpolice sein

Wer als Arbeitnehmer krankheitsbedingt ausfällt, profitiert von der gesetzlichen Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers, die in der Praxis häufig durch eine kollektive Krankentaggeldversicherung abgedeckt wird. Selbständigerwerbende stehen hier vor einer völlig anderen Ausgangslage. Dieser Ratgeber erklärt, wie sich der Erwerbsausfall bei Krankheit sinnvoll absichern lässt.

Warum Selbständige keine Lohnfortzahlung haben

Die im Obligationenrecht verankerte Pflicht zur Lohnfortzahlung bei Krankheit richtet sich ausschliesslich an Arbeitgeber gegenüber ihren Angestellten. Für Selbständigerwerbende existiert keine vergleichbare gesetzliche Grundlage. Fällt die Erwerbstätigkeit krankheitsbedingt aus, entfällt damit auch das Einkommen vollständig, sofern keine private Vorsorge getroffen wurde.

Diese Lücke betrifft insbesondere Personen, deren Lebensunterhalt und laufende Geschäftskosten direkt vom eigenen Arbeitseinsatz abhängen.

Die individuelle Krankentaggeldversicherung

Um diese Lücke zu schliessen, können Selbständigerwerbende eine individuelle Krankentaggeldversicherung nach Versicherungsvertragsgesetz (VVG) abschliessen. Dabei legen sie gemeinsam mit dem Versicherer die Wartefrist, die Höhe des versicherten Taggelds sowie die maximale Leistungsdauer fest.

Da es sich um eine freiwillige Privatversicherung handelt, prüft der Versicherer den Gesundheitszustand der antragstellenden Person vor Vertragsabschluss und kann Vorbehalte oder Ausschlüsse für bestehende Vorerkrankungen vorsehen.

Wartefrist und Leistungsdauer wählen

Die Wartefrist bestimmt, nach wie vielen Tagen Krankheit die Versicherung erstmals Taggelder ausbezahlt. Je kürzer die gewählte Wartefrist, desto höher fällt in der Regel die Prämie aus. Ebenso wichtig ist die maximale Leistungsdauer, also die Anzahl Tage, für die innerhalb eines Krankheitsfalls Taggelder bezahlt werden; diese variiert je nach Police und Anbieter.

Eine realistische Einschätzung der eigenen finanziellen Reserven hilft dabei, Wartefrist und Leistungsdauer so zu wählen, dass weder eine unnötig teure Deckung noch eine zu knappe Absicherung entsteht.

Welche Faktoren die Prämie beeinflussen

Die Prämienhöhe hängt unter anderem vom Alter, von der gewählten Wartefrist, der maximalen Leistungsdauer sowie der Risikokategorie der ausgeübten Tätigkeit ab. Konkrete Prämien lassen sich daher nicht pauschal nennen, sondern ergeben sich erst aus einer individuellen Offerte des jeweiligen Versicherers.

Da sich Policen und Prämien zwischen Anbietern teils deutlich unterscheiden, lohnt sich ein unabhängiger Vergleich mehrerer Offerten, statt sich allein auf die Empfehlung eines einzelnen Vermittlers zu verlassen. Wer bereits eine andere Zusatzversicherung besitzt, findet im Beitrag zur Kündigung von Zusatzversicherungen (VVG) weitere Hinweise zu Vertragslaufzeiten, die auch bei Taggeldpolicen beachtet werden sollten.

Kollektivlösungen über Berufsverbände

Verschiedene Berufsverbände und Branchenorganisationen bieten ihren Mitgliedern Kollektiv-Krankentaggeldversicherungen an. Diese können im Vergleich zu einer individuellen Einzelpolice teils andere Aufnahmebedingungen oder Konditionen aufweisen.

Ob eine solche Verbandslösung im konkreten Fall vorteilhafter ist als eine individuelle Police, lässt sich nur durch einen direkten Vergleich der jeweiligen Vertragsbedingungen, Wartefristen und Prämien beurteilen. Für verbindliche Angaben zu Deckungsumfang und Kosten empfiehlt sich stets die Rücksprache mit der jeweiligen Versicherungsgesellschaft oder dem Berufsverband direkt.

Einen Gesamtüberblick über Pflichtdeckungen und freiwillige Versicherungen bietet der Versicherungs-Hauptratgeber dieses Portals.

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Weitere Ratgeber zu Vertragslaufzeiten und Kostenfallen bei privaten Zusatzversicherungen.

Häufig gestellte Fragen zur Taggeldversicherung für Selbständige

Antworten zur fehlenden Lohnfortzahlung, zur Wahl von Wartefrist und Taggeld sowie zu Kollektivlösungen über Verbände.

Nein. Die gesetzliche Lohnfortzahlungspflicht nach Obligationenrecht gilt ausschliesslich für Arbeitnehmende gegenüber ihrem Arbeitgeber. Selbständigerwerbende müssen den Erwerbsausfall bei Krankheit eigenverantwortlich und freiwillig versichern.